| Klettersteig & Bergtour Pinut Klettersteig - Mutta Bella - Fil de Cassons (CH) |
| Datum: | 11.10.2025 |
| Region: | |
| Höhenmeter: | 1.800m |
| Tourengänger: | Gerhard und Michael |
| Routenbeschreibung: | Von Flims über den ältesten Klettersteig der Schweiz, den Pinut, zur Alp Flimserstein. Von dort weiter dem Weg entlang zur Mutta Bella. Weiter über den Fil des Cassins zur weiten Hochebene der Segnesböden. Von dort zurück zum Ausgangspunkt. |

Oberhalb von Flims am Parkplatz der Milchseilbahn starten wir unsere Tour zum ältesten Klettersteig der Schweiz

Der Pinut, eine Wiese mitten in der steilen Felswand des Flimsersteins, war seit dem 18. Jahrhundert begehbar und wurde landwirtschaftlich genutzt.
1906 machte der Flimser Christian Meiler den gefährlichen Aufstieg mit Metallleitern sicher und zum touristischen Erlebnis.
Nach dem Ersten Weltkrieg blieb der Erfolg jedoch aus, und der Steig verfiel fast 100 Jahre lang, bis er 2006 wiederbelebt wurde.

Der Einstieg zum Klettersteig erfolgt rechts des sogenannten „Meilersteins“ oder „Tgiern dil Pinut“ (was so viel heißt wie Pinut-Horn)

Zu Beginn führt ein Steigbaum hinauf, gefolgt von vier Eisenstufen und einem Steg, der hinter dem Meilerstein vorbeiführt

Wie bestellt, lichtete sich im Einstieg der anfänglich noch zähe Hochnebel

Neben den vielen Leitern gibt auch einige kurze Felsstellen, die jedoch sehr leicht sind

Das absolute Highlight des Steiges ist die Leiterpassage durch zwei Felshöhlen

Platzangst sollte man jedoch keine haben

Traverse durch die Höhle ohne Boden

Anschließend steht wieder munteres Treppensteigen auf dem Programm

Heute kaum Betrieb auf dem Steig. In der Hochsaison ist hier vermutlich mehr los

Auch landschaftlich ist der Steig ein echter Genuss

Ausstieg aus dem ersten und interessantesten Abschnitt des Klettersteigs

Herrlicher Blick von der Pinut, die untere der beiden Terrassen in der südlichen Abbruchkante, über Flims bis hinüber zum verschneiten Tödi

Nach einem kurzem Fußmarsch gehts wie im Hochseilgarten über den Bach

Als nächstes wartet eine rund 70 Meter hohe Wandstufe

Diese Stelle wird über zahlreiche Eisenstufen hinauf zum zweiten bewaldeten Absatz, dem Pardatsch, überwunden

Nach einer weiteren Wand und einem leichten Felsabschnitt hat man es geschafft

Belohnt wird man mit einem herrlichen Ausblick über Flims, das für Outdoorbegeisterte jede Menge zu bieten hat

Weiter geht es zur Bergstation der Milchseilbahn bei der Alp Flimserstein, wo man sich in der Hütte mit Essen und Getränken selbst versorgen kann

Beobachtet wurden wir von einem neugierigen Fuchs, der offenbar wissen wollte, wer da durch sein Revier wandert

Wer mit Michi unterwegs ist, weiß: Unter acht Stunden Gehzeit geht gar nichts.
Somit stand daher als nächstes die Umrundung des Flimsersteins an.

Der Flimserstein erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung über rund drei Kilometer und in Ost-West-Richtung über etwa 1,3 Kilometer, bei einem Höhenunterschied von rund 800 Metern

An allen Enden fällt der Flimserstein fast senkrecht ab

Kurze Rast, bevor es weiter über den im Hintergrund sichtbaren Nordgrat, den Fil de Cassons (auch Scherbengrat genannt) geht

Blick nach Süden

Sofern die Beine noch fit sind, stellt die Gratüberschreitung keine Herausforderung dar

Schwindelerregende Tiefblicke in eines der Hochtäler

Ein letzter Aufschwung...

...bevor es schließlich gemütlich über den langgezogenen Kamm weitergeht, mit traumhaften Ausblicken auf die umliegende Bergwelt

Blick nach Osten, in der Bildmitte vermutlich die Ringelspitze

Die steinschlaggefährdeten Tschingelhörner sind Kletterern vorbehalten

Endlose Weiten

In der steilen Nordflanke halten sich zahlreiche Steinböcke und Gämsen auf

Bevor der endlose Weg nach unten begann, gönnten wir uns noch eine kurze Rast

Weit im Westen zeigt sich der Tödi, der höchste Gipfel der Glarner Alpen

Blick zum berühmten Martinsloch, durch das an manchen Frühjahrs- und Herbsttagen die Morgensonne kurz hindurchstrahlt

Beeindruckend auch die unter Naturschutz stehenden Segnesböden, die zahlreichen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten

Die Segnesböden sind Teil des Gebiets des UNESCO-Weltnaturerbes Tektonikarena Sardona und werden vom Flem-Bach durchzogen

Weiter unten folgt das nächste Naturjuwel, der untere Verlauf des Flem

Der Gletscherbach, der von den kümmerlichen Resten des Segentsgeltschers gespeist wird,
trägt feines Gesteinsmehl (Gletschermilch), das ihm seine milchig-türkise Farbe gibt

Aufgrund der eindrucksvollen geologischen Schichten ist dieser ein beliebtes Wanderziel

Nach einer langen, aber sehr abwechslungsreichen Tour erreichen wir zufrieden und mit schweren Beinen wieder unseren Ausgangspunkt